Die Trauer um meine Mama haben mein Leben verändert und geprägt. Ich kann 6 Jahre nach ihrem Tod sagen, dass ich durch die Trauer in ein neues gutes Leben starten konnte.

Interview: Tina (43) aus dem Sauerland

Tina (43) erzählt vom Tod ihrer Mama, die nach langer Krankheit und Leidensgeschichte im August 2010 verstarb. Tina war damals 37 Jahre alt. 

Was für ein Mensch war deine Mama? 

Sie war meine wundervoll liebevolle Mama. Mein Engel auf Erden.

Welche Bedeutung hatte deine Mama in deinem Leben und wie würdest du eure Beziehung beschreiben?

Es war eine sehr schwierige Mutter-Tochter-Beziehung.

Wie alt warst du, als sie gestorben ist und wie erinnerst du dich an ihren Tod?

Ich war 37 Jahre alt. Ich war bei Ihrem Tod bei ihr und ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Moment miterleben durfte. Auch wenn ich zu dem damaligen Zeitpunkt noch keinen Kontakt mit dem Tod hatte.

Woran ist sie gestorben?

An einem Hirnschlag nach jahrelanger Krankheit.

Was war für dich das Schlimmste an ihrem Tod und wie hast du es geschafft damit umzugehen?

Für mich waren die Gefühle, die mich umgehauen haben, das Schlimmste. Der Tod bzw. die Trauer zeigt einem Gefühle und Schmerzen, die man vorher noch nicht kannte. Ich habe mich der Trauer hingegeben. Es war für mich ein sehr, sehr langer und schmerzhafter Trauerweg, den ich mit einer Weiterbildung zum Trauerbegleiter und ganz viel intensiver Arbeit an mir selbst doch nach 4 Jahren so gemeistert habe, dass ich nun mit dem Tod meiner Mama im Reinen bin. Im November 2014 hatte ich schließlich ein einschneidendes Erlebnis auf Hawaii. Dort war ich in einem botanischen Garten – es war der Garten von Mamas Seele und ich konnte mit vielen Tränen dort mit Ihr und ihrem Tod Frieden schließen.

Was hättest Du rückblickend in und mit deiner Trauer vielleicht gerne anders gemacht?

Eigentlich gar nichts, denn nur durch den Weg, den ich gegangen bin, stehe ich heute dort in meinem Leben wo ich bin.

Wer oder was hat dir am meisten geholfen, mit dem Verlust fertig zu werden?

Ich habe mich zum Trauerbegleiter fortgebildet und mich somit intensiv mit meiner Trauer auseinander gesetzt.

Was würdest du jemandem sagen, der gerade in einer ähnlichen Situation mit dem Tod konfrontiert ist?

Das kann ich pauschal nicht sagen! Kommt auf den Menschen und die Geschichte an. Auf jeden Fall sollte man sich der Trauer stellen. Mich hat diese intensive Zeit gelehrt, dass die Trauer eine Chance sein kann, ein Lehrmeister über sich selbst und das Leben. Und ich wünsche Trauernden die Muse, Kraft und Zeit sich auf die Trauer einzulassen, um gestärkt aus ihr heraus zu gehen.

Wie denkst du heute über deine Mama und ihren Tod?

Meine Mama wurde durch ihren Tod aus ihrem absolut kranken Körper befreit und ihre Seelenenergie ist frei und darf sich frei bewegen.

Wie hat dich der Tod deiner Mama verändert?

Ganz ehrlich? Um 100%. Es ist allerdings zu viel, um es hier zu erklären.