Anja

Nanu? Noch ein neues Gesicht?

Obwohl Silke ankündigte, dass der Blog nun nicht mehr weitergeschrieben wird, nutzen wir ihn doch noch einmal, um euch Neuigkeiten mitzuteilen:

Ja, du liest richtig: Noch ein neues Gesicht!
Ich bin aber nicht „stattdessen“ hier, sondern Silke und ich bilden nun ein Team für „Dein Tod und ich“.

Ich bin Anja, 44 Jahre alt. Im November 2014 starb mein Mann Andreas an einem Hirntumor. Von der Diagnose bis zu seinem Tod blieben uns gerade einmal 5 ½ Wochen. Ein Alptraum…

Mittlerweile sind fast 3 Jahre vergangen, seit mein Mann gestorben ist. Das fühlt sich total krass an, finde ich. Wie Kaugummi, das sich auf magische Weise ausdehnt und wieder zusammenzieht. Es ist in den letzten Jahren so unglaublich viel passiert und doch fühlt es sich manchmal so an, als wäre es gestern passiert…

Andreas‘ Tod hat mich so richtig umgeworfen. Ich fühlte mich zerbrochen, meine Zukunft bzw. das, was ich dafür hielt: in Scherben. Nach und nach habe ich mich und mein Leben wieder neu zusammengesetzt. Viele Puzzleteile haben einen neuen Platz gefunden, ein paar wurden ausgetauscht – es sind auch neue hinzugekommen.
Neu ist definitiv, dass ich mich ganz intensiv mit Tod und Trauer befasse. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, diese Themen leichter zugänglich zu machen. Lasst uns darüber schreiben, reden, hören, statt sie aus Angst an den Rand der Gesellschaft zu drängen.

In meiner Erinnerung ist diese Seite „Dein Tod und ich“ meine erste Berührung mit  Tod und Trauer im Netz. Meine Trauerbegleiterin hatte mir den Artikel in der „Barbara“ empfohlen – „Barbara“ gekauft, gelesen und bei Judith Pellers Beitrag hängengeblieben. Dieser erste „Teaser“ für „Dein Tod und ich“ hat mich so neugierig gemacht, dass ich gleich einmal reinlesen musste.

Ich war ganz traurig, als nach den ersten Interviews keine neuen Beiträge mehr veröffentlicht wurden. Ich stand schon kurz davor, Kontakt zu Judith aufzunehmen, um zu fragen, was denn los sei und ob ich vielleicht unterstützen könnte, diese Seite am Leben zu halten. Bevor ich soweit war, kam die wunderbare Nachricht, dass Silke übernimmt – ich hab mich sooooo gefreut!

Nach einer Weile war ich dann auch bereit, meine eigene Geschichte zu erzählen. Ich bin immer wieder berührt, sie hier zu finden… Es hat gut getan, sie öffentlich zu erzählen. Dieses „über den Tod Reden“ – es tut mir gut. Seit Juli 2017 bin ich einen weiteren Schritt in die Öffentlichkeit gegangen und blogge seitdem auf „Ein Stück untröstlich“.
Im letzten Winter habe ich eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin im Ehrenamt absolviert und begleite nun Trauernde in einem Angehörigen-Café.

Nun stellt sich heraus, dass das Projekt zu groß wird für eine Person. „Zu groß“ kann es gar nicht werden, oder? Silke und ich haben uns daher zusammengetan, um die Arbeit ein wenig aufzuteilen.

Ich freue mich wie Bolle!

Gemeinsam mit Silke möchte ich dieses Projekt in Judiths Sinn weiterführen und freue mich über eure Interviews.
Schreib uns einfach eine Nachricht.

…ja, und ich werde Silke weiter animieren, dass wir ihre Geschichte hier auch bald als Interview lesen können ;0)


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